Wie lief der Sommer im Alpenraum? Bilanz 2026 & Ausblick auf den Winter
Wie lief der Sommer im Alpenraum? Bilanz 2026 & Ausblick auf den Winter
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Thomas Steiner
Controlling & Strategische Betriebsplanung Hotellerie

MA BSc. Thomas Steiner
Managing Partner
Innsbruck & Südtirol, Österreich
thomas.steiner@kohl-partner.at+43 664 38 79 631Zum AutorDie alpine Ferienhotellerie in Tirol, Südtirol und Bayern steuert auf das Ende der Sommersaison 2026 zu. Doch wie haben sich Auslastung und Preisdurchsetzung in den wichtigsten Sommermonaten entwickelt? Der Alpenraum zeigt insgesamt eine stabile, aber keine dynamische Auslastungsentwicklung. Südtirol bleibt bei der Nachfrage vorne, Bayern folgt dicht dahinter, Tirol bleibt beim Niveau zurück. Bei der Preisdurchsetzung bleibt Südtirol klarer Preisführer, Tirol folgt mit soliden Steigerungen, Bayern mit Potenzial.
Thomas Steiner, Managing Partner von Kohl > Partner, hat in Zusammenarbeit mit RateBoard, einem renommierten Anbieter von Revenue Management-Systemen im Alpenraum, erneut einen Fakten-Check zur Sommersaison 2026 nach den Destinationen Bayern, Südtirol und Tirol durchgeführt.

© Kohl > Partner
Der Alpenraum zeigt über die gesamte Sommersaison 2026 hinweg eine stabile Auslastungsentwicklung auf dem Niveau des Vorjahres. Über alle drei Destinationen hinweg liegt die durchschnittliche Zimmerauslastung bei 68% (+1,2%). Von einer echten Wachstumsdynamik kann damit nicht gesprochen werden.
Südtirol liegt mit einer durchschnittlichen Zimmerauslastung von 72% (+1,2%) an der Spitze, knapp gefolgt von Bayern mit 70% (+0,7%). Tirol verzeichnet mit 2% zwar die rechnerisch größte Veränderung, bleibt jedoch mit 61% Zimmerauslastung weiterhin deutlich hinter Südtirol und Bayern zurück.
Ein genauerer Blick auf den Saisonverlauf zeigt laut dem Faktencheck von Kohl > Partner und RateBoard vor allem eine deutliche Verschiebung innerhalb der Saison:

© Kohl > Partner
Im Vergleich zur Nachfrageentwicklung zeigen sich deutliche Unterschiede in der Preisdurchsetzung zwischen den Destinationen. Südtirol bleibt weiterhin Preisführer und führt mit einem durchschnittlichen ADR von € 323 (+4,5%) deutlich und weist zugleich die höchste Preissteigerung auf. Tirol zeigt neben der Auslastungsentwicklung auch eine solide Steigerung in der Preisdurchsetzung (+2,5%) auf € 244 und bleibt damit knapp vor Bayern. Bayern bleibt mit einem ADR von € 238 hinter Tirol zurück und zeigt mit +1,9% nur einen geringen Zuwachs in der Preisdurchsetzung.
Hotelexperte Thomas Steiner, Managing Partner bei Kohl > Partner, zieht folgendes Fazit: „Die Auslastung im Alpenraum entwickelt sich insgesamt stabil, von einem Wachstumssommer würde ich aber nicht sprechen. Was in Mai und Juni gefehlt hat, wurde in Juli und August ausgeglichen, der September hat sich sehr gut entwickelt – und jetzt hängt alles am Oktober. Ob dieser Sommer am Ende ein guter Sommer war, lässt sich heute schlicht nicht sagen. Wir spüren eine totale Kurzfristigkeit im Markt, die Entscheidungen fallen so spät wie nie. Für die Betriebe heißt das: aushalten, nicht vorschnell über den Preis reagieren und die letzten Wochen aktiv bearbeiten – und gleichzeitig die Kostenseite im Blick behalten. Denn ob ein Sommer erfolgreich war, entscheidet sich am Ende nicht am Umsatz, sondern am Ergebnis.“
Matthias Trenkwalder, Geschäftsführer von RateBoard, betont: „Was wir in den Buchungsdaten durchgehend sehen, ist ein deutlich verschobener Buchungsrhythmus. Die Gäste entscheiden sich später – auch in den Hochnachfragemonaten, und selbst Randwochen in der Hauptsaison füllen sich erst kurzfristig. Die Abhängigkeit vom Pickup ist damit so hoch wie selten zuvor. Für die Ferienhotellerie heißt das: Preisstrategien müssen flexibel, datenbasiert und über Restriktionen gesteuert werden, statt über pauschale Rabatte in den schwachen Monaten.“
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