Controlling & Strategische Betriebsplanung  Hotellerie 

Erstellt: 31.08.2026
uservon Thomas Steiner
MA BSc. Thomas Steiner

MA BSc. Thomas Steiner

Managing Partner

Innsbruck & Südtirol, Österreich

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Südtirols Hotellerie verdient besser als der übrige Alpenraum.
Aber Destination und Betriebstyp entscheiden.

Die neuen Kohl > Partner Tourismusbenchmarks 2025 für Südtirol zeigen, wo Erlösqualität und stabile Kostenstrukturen den Vorsprung sichern und wo weniger Vollbelegungstage die Ergebnisse unter Druck setzen.

Höhere Erlöse je Nächtigung, vielfach stabilere Kostenquoten und bessere GOP-Margen: Die brandneuen Kohl > Partner Tourismusbenchmarks für Südtirol bestätigen auch 2025 den wirtschaftlichen Vorsprung gegenüber dem übrigen Alpenraum. Gleichzeitig gehen in mehreren Betriebstypen und Destinationen die Vollbelegungstage zurück. Nicht jeder Betrieb kann diesen Verlust durch eine bessere Preisdurchsetzung kompensieren.

Der Zimmerpreis macht die Schlagzeile. Der GOP je Zimmer zeigt die Wahrheit.

Weniger volle Tage verändern die Rechnung

3*/3*S-Ferienhotels, 4-Sterne-Häuser und Appartements, besonders im Meraner Raum, spüren verstärkt den Nachfragedruck. In diesen Segmenten gehen die Vollbelegungstage spürbar zurück. Höhere Erlöse je Nächtigung können den Auslastungsverlust häufig nicht kompensieren. Die Folge sind ein niedrigerer Zimmerumsatz und ein sinkender GOP je Zimmer.

Stabiler entwickeln sich andere 4-Sterne-Ferienhotels sowie spezialisierte Kinder- und Familienhotels und TOP-Wellnesshotels.

Erstmals sichtbar: Auch die Destination entscheidet

Die 4-Sterne-Hotels werden erstmals zusätzlich nach Südtiroler Destinationen analysiert. Dabei zeigt sich, dass Quellmärkte, Erreichbarkeit, Saisonverteilung, Wettbewerb und regionale Preispositionierung die wirtschaftliche Performance erheblich beeinflussen.

Südtirol Benchmarks 2026

Südtiroler Benchmarks 2026

Besonders deutlich wird das bei der Quellmarktstruktur: Betriebe mit einem Anteil deutscher Gäste von mehr als 70 Prozent geraten bei schwächerer Nachfrage spürbar stärker unter Auslastungsdruck. Bricht die Nachfrage aus diesem Markt ein, lässt sich der Ausfall kurzfristig kaum durch andere Herkunftsmärkte ersetzen.

Spezialisierung schlägt Durchschnitt

Am besten entwickeln sich Betriebe mit klarer Positionierung. Kinder- und Familienhotels sowie das TOP-Wellnesssegment profitieren von einer eindeutigen Zielgruppe, hoher Belegungsdichte, relevanten Zusatzumsätzen und konsequenter Kostensteuerung.

Eine wichtige Neuerung ist deshalb die eigenständige Betrachtung der 4*S-Ferienhotels. Diese wurden bisher gemeinsam mit den TOP-Wellnesshotels ausgewertet. Die Trennung schafft eine realistischere Vergleichsbasis, denn ein gehobenes Ferienhotel folgt einer anderen Produkt-, Erlös- und Kostenlogik als ein hoch spezialisiertes Wellnessresort.

Südtirol Benchmarks 2026

Mitarbeiterkosten bleiben der „härteste Gegner“

Die Mitarbeiterkosten je Nächtigung steigen in allen Betriebstypen. Bei sinkender Auslastung verschärft sich das Problem zusätzlich, weil sich Mindestbesetzung und Serviceumfang auf weniger Gäste verteilen.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr nur: Wie hoch ist meine Mitarbeiterkostenquote? Vielmehr geht es darum, wie viel Umsatz und Deckungsbeitrag je eingesetzter Mitarbeiterstunde erwirtschaftet wird.

Stabile Sachkosten, mehr Druck auf Marketing und Vertrieb

Die Sachkostenquoten bleiben in vielen Segmenten insgesamt relativ stabil. Unter der Oberfläche verschiebt sich jedoch einiges. Die Energieausgaben entwickeln sich rückläufig, während je nach Betriebstyp Marketing, Provisionen und externe Dienstleistungen zunehmen. Auch in Instandhaltungen wurde wieder mehr investiert.

Auffällig ist: Südtiroler Betriebe investieren in allen vergleichbaren Betriebstypen mehr in Marketing als der übrige Alpenraum. Gleichzeitig gewinnt der Vertrieb zur Erschließung neuer Quellmärkte an Bedeutung.

Südtirol schlägt den Alpenraum bei der Marge

Die stärkste Botschaft der Auswertung lautet: Südtirol erzielt in den vergleichbaren Betriebstypen weiterhin höhere durchschnittliche GOP-Margen als der übrige Alpenraum. Getragen wird dieser Vorsprung von zwei Faktoren: einer besseren Erlösqualität und einer in vielen Segmenten stabileren Kostenstruktur. Gesichert ist er damit aber nicht. Weniger Vollbelegungstage, höhere Mitarbeiterkosten je Nächtigung und die Abhängigkeit von wenigen Herkunftsmärkten setzen die Ergebnisse zunehmend unter Druck^.

Thomas Steiner, Hotelexperte für Südtirol bei Kohl > Partner, zieht folgendes Fazit:
„Südtirol bleibt beim Ergebnis vorne. Doch ein höherer Zimmerpreis allein sichert keine Marge. Wer Auslastung, Positionierung und Kosten nicht im Griff hat, verliert diesen Vorsprung schneller, als er entstanden ist. Genau deshalb entwickeln sich Betriebstypen und Destinationen in Südtirol 2025 deutlich auseinander.“

Mehr erfahren im Benchmark-Webinar

Welche Betriebstypen und Destinationen gewinnen und wo geraten die Margen unter Druck? Im Webinar präsentieren wir die Kohl > Partner Benchmarks 2025 im Detail, aufgeschlüsselt nach allen Betriebstypen und erstmals auch nach Südtiroler Destinationen.

Südtiroler Hotelbranche im Fokus: Exklusive Kennzahlen & Benchmarks

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