Destination  Kommunikation 

Erstellt: 24.03.2026
uservon Lena Helleisz
MA Lena Helleisz

Lena Helleisz, MA

Beraterin

Stuttgart, Deutschland

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Tourismusrelevanz: Kommunikation als regionaler Erfolgsfaktor

Wie es durch erfolgreiche Kommunikation gelingt, dass der Tourismus in der eigenen Region stärker wahrgenommen und wertgeschätzt wird.

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Die positiven Effekte des Tourismus sind vielfältig und weitreichend, aber für diejenigen, die keine direkten Berührungspunkte mit der Branche haben, oft unsichtbar. Natürlich trägt Tourismus zur Wertschöpfung bei – durch Umsätze, Arbeitsplätze und Investitionen in Handel, Handwerk, Landwirtschaft und Bau. Doch ebenso wichtig sind die immateriellen Effekte: der Erhalt und die Verbesserung von Infrastruktur, Kultur- und Freizeitangeboten, die auch Einwohner nutzen und durch Tourismus mitfinanziert werden. Doch Politikern, Entscheidungsträgern und Einwohner:innen ist diese weit verzweigte Bedeutung oft nicht bewusst. Das Kernproblem: Die Zusammenhänge werden zu selten explizit benannt oder dem Tourismus zugeschrieben.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Im Vergleich zu anderen Branchen, z.B. aus der Industrie, tritt der Tourismus mit deutlich weniger Selbstbewusstsein in der Öffentlichkeit auf – und ist aufgrund seiner Kleinteiligkeit in vielen Destinationen auch wenig sichtbar – die kleinen Hotels, die Traditions-Gasthäuser und Ferienwohnungen auf Höfen werden als selbstverständlich und „nice to have“ wahrgenommen, aber nicht als Teil einer zusammenhängenden, wirtschaftsstarken Branche. Noch dazu sind die Effekte – vor allem hinsichtlich Lebens- und Freizeitqualität – nur sehr schwer belegbar und darstellbar.

Wie kann also eine gelungene Kommunikation der Effekte und der Relevanz der Tourismusbranche erfolgen, um mehr Wahrnehmung und Wertschätzung zu erzielen?

1. Nicht nur Zahlen erfassen -auch Emotionen
Verlässliche Daten sind notwendig – aber nicht hinreichend. Ergänzen Sie Kennzahlen durch Geschichten. Welche Infrastruktur würde ohne Tourismus nicht existieren? Welcher lokale Handwerksbetrieb lebt von touristischen Gästen? Testimonials von Bürgern und Handwerkern wirken oft überzeugender als jede Statistik.

2. Sichtbar werden
Wahrnehmung entsteht durch Sichtbarkeit. Das bedeutet: regelmäßig in politischen Gremien, bei Vereinsveranstaltungen und in Wirtschaftsverbänden präsent sein. Ohne diese kontinuierliche Präsenz bleibt Tourismus leicht zu übersehen.

3. Selbstbewusstsein aufbauen
„Tourismus ist Wirtschafts- und Standortförderung" – darauf muss immer wieder hingewiesen werden. Die Branche darf stolz auf ihre Leistung sein und diese auch deutlich machen.

4. Eine starke Stimme finden
Stimmen Sie sich mit Leistungsträgern, benachbarten Destinationen, aber auch anderen Branchen ab – was wollen wir gemeinsam erreichen? Eine starke, vereinte Stimme erreicht mehr als fragmentierte Einzelstimmen.

5. Netzwerk-Effekte aufzeigen
Zeigen Sie konkret, welche wirtschaftlichen Verflechtungen bestehen: Wie viel Umsatz macht der Einzelhandel mit Gästen? Welche Aufträge erhält das lokale Handwerk von Hotels und Restaurants? Diese Vernetzungen müssen für die Region transparent werden.

6. Konkret werden
Nicht mit Zahlen aus dem Landkreis, Bundesland oder gar dem landesweiten Durchschnitt rechnen – zeigen Sie konkret auf, was der Tourismus in Ihrem Ort oder Ihrer Region leistet, so dass jeder, der dort lebt, angesprochen wird.

7. Szenarien aufzeigen
Negativszenarien wirken oft stärker als positive. Was würde passieren, wenn Tourismusfinanzierung wegfiel? Würde das lokale Schwimmbad geschlossen? Der Lebensmittelmarkt? Solche konkreten, nachvollziehbaren Konsequenzen schaffen Verständnis und Bewusstsein.

Klar ist, dass eine effektive Kommunikation von Tourismusrelevanz Ressourcen bindet. Daher ist es sinnvoll, klein anzufangen. Dazu sollte definiert werden, wer die wichtigsten Stakeholder:innen sind, wo am meisten erreicht werden kann und wo genau der Tourismus noch stärker präsent werden sollte. Genau an diesen Stellen kann dann zu Beginn angesetzt werden. Wichtig dabei: Für jede Stakeholder-Gruppe muss ein strategisch überlegt werden, weshalb Tourismus für sie wichtig sein kann und welches Interesse sie an einer Unterstützung der Branche haben können. Die Kommunikation muss dann darauf abgestimmt erfolgen.

Die Formate können dabei von klassisch – Studie, Factsheet oder Vortrag – bis zu modern und innovativ – Bierdeckel mit Fakten, Schulbesuche oder Tag der offenen Türen – reichen. In unserem PraxisTalk zu diesem Thema haben wir einige Ideen gesammelt und vorgestellt.

Klar ist, dass das Bewusstsein für und die Wahrnehmung von Tourismus nicht von selbst entsteht. Sie muss aktiv in der eigenen Destination kommuniziert und emotional verankert werden. Auch ist dafür zu Beginn keine umfassende Kommunikationsstrategie notwendig, sondern der Start kann über einzelne, strategisch gewählte Maßnahmen erfolgen. Wichtig ist, einfach mal zu starten und zu schauen, welche Effekte sich daraus ergeben.

Sie haben Interesse, dieses Thema bei sich anzugehen? Melden Sie sich gerne bei unserer Beraterin Lena Helleisz.

Kohl > Partner unterstützt Sie mit dem 360° Value Check gerne bei der Erhebung der Tourismusrelevanz in Ihrer Destination. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte unsere Beraterin Lena Helleisz.

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