SEMINAR "Zahlen im Griff – Ihr Schlüssel zu einem noch profitableren Hotel"
SEMINAR "Zahlen im Griff – Ihr Schlüssel zu einem noch profitableren Hotel"
vor Ort
Stefan Brida
Salzburger Hof, Leogang
Details & AnmeldenControlling & Strategische Betriebsplanung Hotellerie Führen mit Zahlen

Stefan Brida, MA
Managing Partner
Innsbruck, Österreich
stefan.brida@kohl-partner.at+43 512 214315+43 664 11 09 269Zum AutorKohl > Partner präsentiert die ersten Tourismusbenchmarks der Hotellerie für das Bilanzjahr 2025 aus über 300 anonymisierten Jahresabschlüssen. Die Zahlen liegen vor. Und sie erzählen eine Geschichte, die differenzierter ist, als die allgemeine Marktstimmung vermuten lässt.
Die Preisdurchsetzung ist insgesamt um rund 4,2 Prozent gestiegen. Das klingt auf den ersten Blick moderat, ist aber in einem aktuell so schwierigen Wettbewerbsumfeld mit gedämpfter Nachfrage ein klares Signal dafür, dass viele Betriebe ihre Preisstrategie konsequenter umsetzen als noch vor wenigen Jahren.
Die Auslastung blieb leicht positiv, wenngleich die Vollbelegungstage je nach Betriebstyp sehr unterschiedlich ausfielen. Einige Kategorien konnten die Nachfrage stabil halten oder leicht ausbauen, andere verzeichneten zum Teil das zweite oder dritte Jahr in Folge rückläufige Werte. Auslastung allein ist damit längst kein verlässlicher Erfolgsindikator mehr.
Weniger erfreulich ist die Entwicklung bei den Zusatzumsätzen. Sowohl im Wellnessbereich als auch beim Getränkeerlös pro Nächtigung zeigen die Benchmarks einen weiteren Rückgang. Gäste konsumieren weniger außerhalb der inkludierten Leistungen. Bereits in den Vorjahren war dieser Trend erkennbar, und er setzt sich weiter fort.
Erstmals zeigt sich eine Verbesserung bei der Mitarbeiterkostenquote. Das ist grundsätzlich positiv, muss aber richtig eingeordnet werden. Die Quote sinkt nicht, weil die absoluten Mitarbeiterkosten pro Nächtigung zurückgegangen sind. In den meisten Betrieben sind sie weiter gestiegen. Die Verbesserung entsteht, weil erstmals seit 2019 die Erlöse etwas stärker gewachsen sind als die Kosten. Sobald das Erlöswachstum nachlässt, wird der Druck auf dieser Seite wieder spürbarer.
Auf der Sachkostenseite gibt es erfreulichere Signale. Die Energiekostenquoten haben sich leicht verbessert, getragen von rückläufigen Energiepreisen, aber auch von einem effizienteren Energiemanagement in einzelnen Betrieben. Zudem sind die Instandhaltungsquoten leicht gestiegen. Viele Betriebe haben in den vergangenen Jahren bei der Substanz gespart, um kurzfristig Ergebnis zu sichern. Dass hier wieder mehr investiert wird, ist betriebswirtschaftlich richtig und langfristig notwendig, um die Preisdurchsetzung auch über das Produkt zu rechtfertigen.
Das Zusammenspiel aus leicht verbesserter Erlösseite und differenzierter Kostenentwicklung zeigt sich letztlich beim GOP pro Zimmer, der sich 2025 leicht positiv entwickelt. Kein Grund zur Euphorie, aber ein Signal dafür, dass viele Betriebe trotz schwieriger Rahmenbedingungen an der richtigen Stellschraube gedreht haben.
Das ist in einem Marktumfeld, das weiterhin von steigenden Kosten, verändertem Buchungsverhalten und strukturellen Herausforderungen geprägt ist, eine insgesamt solide, aber keine komfortable Ausgangslage. Trotzdem wäre es falsch, daraus eine allgemeine Entwarnung abzuleiten.
Das betont auch Stefan Brida, Controlling Experte von Kohl > Partner:
„2025 ist die neue Realität. Wer jetzt negativ in die Zukunft geht und nichts ändert, wird langfristig verlieren. Betriebe müssen sich auf die veränderten Marktbedingungen anpassen."
Was die aktuellen Benchmarks vor allem zeigen: Die Spanne zwischen starken und schwachen Betrieben wird größer. Das Top Quartil liegt bei einzelnen Kennzahlen bereits wieder über dem Niveau von 2019. Das schwächere Ende verliert dagegen weiter an Boden.
Noch nie war der Unterschied zwischen gut und schlecht positionierten Betrieben so groß wie aktuell. Profilierte Betriebe mit klarer Zielgruppe, konsequenter Preisdurchsetzung und sauberem Controlling entwickeln sich deutlich besser. Betriebe mit undifferenziertem Produkt, hoher Dienstleistungsintensität und geringem Preisniveau geraten stärker unter Druck.
Die Branche hat 2025 nicht über Wachstum gewonnen, sondern über bessere Steuerung, konsequentere Preisdurchsetzung und selektive Kostenarbeit. Anpassungsfähige, klar positionierte Betriebe setzen sich zunehmend vom Feld ab. Weiterhin kein Grund zur Jubelstimmung. Aber auf die erreichte Entwicklung darf die Branche trotz schwieriger Marktumstände stolz sein.
Wer tiefer einsteigen möchte: Im Ganztagesseminar Zahlen im Griff am 16. September arbeiten wir gemeinsam an den wichtigsten Kennzahlen, Kostenstrukturen und Ergebnishebeln des eigenen Betriebs. Wer sich einen kompakten Überblick über die langfristigen Entwicklungen und die Unterschiede nach Betriebstypen verschaffen möchte, ist beim halbtägigen Online-Webinar Brandaktuelle Tourismus Benchmarks am 29. September richtig.
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