Coaching als erfolgreiche Kommunikationsmethode

Kommunikation
Coaching als erfolgreiche Kommunikationsmethode
Destination Kommunikation

Jana Große Hokamp, MA
Beraterin
Stuttgart, Deutschland
jana.grossehokamp@kohl-partner.eu+49 7171 9477011Zum AutorDie neue Strategie steht – erarbeitet in einem intensiven Beteiligungsprozess, getragen von hoher Motivation auf allen Seiten. Mit dem Sprung von der Theorie in die Praxis stellen sich Fragen wie: Wie kommt man konkret in die Umsetzung? Wie wird priorisiert und wie wird diese Priorisierung dann erklärt? Wie können die Strategie, die Umsetzung und deren Erfolge kommuniziert werden? Und wo fangen wir eigentlich an?
Diesen Fragen widmete sich Jana Große Hokamp beim Kohl > Partner PraxisTalk im Mai 2026 mit Ihren Gästen.
Alexander Seiz, Standortleiter von Kohl > Partner Stuttgart, appellierte in seinem Impuls dafür, die Umsetzung bereits in der Strategieerarbeitung zu berücksichtigen, damit die Energie aus dem Prozess mitgenommen werden kann. Für eine erfolgreiche Umsetzung können verschiedene Instrumente wie konkrete Projekt-Steckbriefe, ansprechende Kurzfassungen und definierte KPIs hilfreich sein. Zudem müssen Partner immer wieder überzeugt und auch immer wieder an die Inhalte der Strategie erinnert werden. Wichtig ist dabei auch ein ehrlicher Dialog: Was funktioniert auch mal nicht? Wo müssen auch einmal Anpassungen in der Strategie vorgenommen werden? Wo sind wir aber auch erfolgreich? Insgesamt hilft vor allem eine laufende Kommunikation der Umsetzung mit „liebevoller Penetranz“.
Wie diese Umsetzung in der Praxis aussehen kann, wurde im Anschluss von den drei Referent:innen gezeigt:
Doris Halgmann-Bole, Stadt Bad Salzuflen
Im Jahr 2023 entwickelte die Stadt Bad Salzuflen ein neues Markenkonzept inkl. neuem Markenzeichen. Auch städtische Einrichtungen wie die Stadtbücherei, Musikschule und Stadtarchiv wurden unter diesem Dach vereint. Die Herausforderung war nun, Akzeptanz dafür in der Stadtgesellschaft zu schaffen und schnellstmöglich Sichtbarkeit zu erzeugen. Dies gelang u.a. durch die Einbindung von städtischen Mitarbetier:innen als Fürsprecher und Botschafter der Marke, ein breit angelegtes Roll-out mit Branding von Dienstkleidung, PKWs, neuen Flyern, etc. Zudem wird durch einen regelmäßigen Austausch mit verschiedenen Gremien und Interessensgruppen die Stadtgesellschaft aktiviert und eingebunden. Wichtig ist dabei auch die Bezugnahme auf Ergebnisse aus früheren Formaten, um aufzuzeigen, was von dort umgesetzt und bereits erreicht wurde. Wichtige Learnings aus diesem Prozess sind u.a. ein klares Erwartungsmanagement, ausreichend zeitliche Ressourcen und die die Nutzung eindeutiger, verständlicher Aussagen in der laufenden Kommunikation.
Norbert Köck, Ski- und Almenregion Gitschberg Jochtal
In der neuen Kooperation „Brixen Südtirol – Dolomites Italy“ haben sich die vier Destinationen Brixen, Gitschberg-Jochtal, Klausen sowie Natz-Schabs zusammgefunden. Gemeinsam wurden verschiedene Fokusprojekte definiert, darunter die Ausarbeitung einer gemeinsamen Gäste-Card. Zuvor hatte jede Destination ihre eigene Karte mit unterschiedlichen Leistungen und auf verschiedenen Systemen hinsichtlich Organisation und Finanzierung aufgebaut. Das Ergebnis ist nun der gemeinsame Brixen Südtirol Guestpass mit Mobilcard mit einheitlichen Leistungen bei den Partnerbetrieben. Um dorthin zu kommen, waren viele intensive Gespräche mit den Kooperationspartnern notwendig – ein großer Erfolgsfaktor war zudem die intensive Einbindung der strategisch verantwortlichen Ebene bei wichtigen Entscheidern. Auch bei der Zusammensetzung der begleitenden Steuerungsgruppe wurde darauf geachtet, dass die Anzahl der Vertreter auf die Größe der DMO abgestimmt war. Dadurch konnte ein erfolgreiches gemeinsames Projekt umgesetzt werden, welches bei Partnerbetrieben bereits sehr gut angenommen wird.
Oliver Filby Westerwald Touristik-Service GbR
Mit der Tourismusstrategie Westerwald 2024+ hat sich die Destination ambitionierte Ziele gesteckt – nach zwei Jahren kann auf erste Erfolge in der Umsetzung geblickt werden. Erfolgsfaktor im Westerwald war von Beginn an die Einbindung von Stakeholdern für eine ganzheitliche Perspektive und hohe Akzeptanz der Strategie sowie regelmäßige öffentliche Vorstellungen. Wichtig ist auch, dass immer wieder darauf hingewiesen wird, dass es sich um eine Strategie für die gesamte Region handelt, die nur durch alle Akteure gemeinsam umgesetzt werden kann. Als Werkzeuge dienen zur Umsetzbarkeit u.a. konkrete Steckbriefe der Projekte, womit die Strategie in die Operationalisierbarkeit übersetzt wird, ein 3-Jahresplan für das Team des WTS mit klaren Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten, um die Umsetzung und wichtige Meilensteine laufend im Blick zu haben sowie ein jährlicher Workshop mit dem Team zur weiteren Umsetzungsplanung. Um die Partner laufend einzubinden und zu informieren, wurden monatliche Projekt-Updates per Newsletter, digitale Infosessions sowie Zukunftswerkstätten im Workshop-Format eingeführt, die auf sehr gute Resonanz stoßen. Dadurch konnte viel Vertrauen und Gemeinschaftsgefühl aufgebaut werden, wodurch die Umsetzung der Strategie durch die gesamte Region mitgetragen wird.
Alle Beispiele und der Impuls zeigen die Bedeutung einer klaren und offenen Kommunikation, um Partner zu überzeugen und in der Umsetzung einzubinden. Aber auch die Notwendigkeit, die Umsetzung früh genug zu planen und ausreichend Ressourcen dafür bereitzustellen. Nur so kann eine erfolgreiche Umsetzung von Strategien gelingen – damit diese nicht in den Schubladen verstauben.