Führen mit Herz, Verstand und erweitertem Handlungsspielraum

Organisation & Führung
Führen mit Herz, Verstand und erweitertem Handlungsspielraum
Organisation & Führung Kommunikation Künstliche Intelligenz

Mag. (FH) Rita Burgsteiner
Managing Partner
Klagenfurt, Österreich
rita.burgsteiner@kohl-partner.at+43 4242 21123+43 664 40 16 755Zum AutorKI schreibt Texte, strukturiert Informationen, erstellt Auswertungen, unterstützt bei Dienstplänen, fasst Besprechungen zusammen und liefert innerhalb weniger Sekunden Ideen für das nächste Mitarbeitergespräch. Vieles, wofür Führungskräfte bisher Zeit, Wissen und Erfahrung gebraucht haben, lässt sich heute technisch unterstützen.
Und das ist gut so.
Denn vielleicht entsteht dadurch wieder mehr Raum für etwas, das sich nicht so einfach automatisieren lässt: Menschen wirklich wahrzunehmen und gut zu führen.
Gerade im Tourismus zeigt sich täglich, wie wichtig diese Fähigkeit ist. Unsere Branche lebt von Begegnungen. Teams arbeiten eng zusammen, Menschen aus unterschiedlichen Generationen und Kulturen treffen aufeinander und gerade in intensiven (Saison)Zeiten braucht es Führungskräfte, die nicht nur organisieren, sondern auch ein Gespür dafür entwickeln, was ihr Team gerade braucht.
Leadership 4.0 bedeutet deshalb für uns nicht, sich zwischen Technologie und Menschlichkeit entscheiden zu müssen. Es geht vielmehr darum, beides gut miteinander zu verbinden.
Eine KI kann uns auf ein Gespräch vorbereiten. Sie kann Fragen formulieren oder mögliche Lösungswege aufzeigen. Ob unser Gegenüber gerade verunsichert ist, sich zurückzieht, eine Idee nicht auszusprechen wagt oder vielleicht einfach einmal gehört werden möchte, zeigt sich jedoch erst in der persönlichen Begegnung. Und auch nur dann, wenn wir genau hinschauen und hinhören. Dafür braucht es Empathie.
Genauso wichtig ist der Blick auf die Stärken der Menschen. Im betrieblichen Alltag fällt häufig zuerst auf, was noch nicht funktioniert. Stärkenorientierte Führung dreht die Perspektive ein Stück weit um: Was kann dieser Mensch besonders gut? Wo erlebt er Selbstwirksamkeit? Und wie können wir diese Fähigkeiten im Team noch besser nutzen?
Auch Glück darf dabei durchaus Platz haben. Nicht im Sinne eines permanent gut gelaunten Teams. Vielmehr geht es um die Frage, welche Rahmenbedingungen dazu beitragen, dass Menschen gerne miteinander arbeiten, sich verbunden fühlen und gemeinsam Erfolge erleben.
Und schließlich braucht moderne Führung auch Achtsamkeit, besonders sich selbst gegenüber. Wer von Termin zu Termin läuft, ständig erreichbar ist und Entscheidungen im Minutentakt trifft, verliert leichter den Blick dafür, was gerade wirklich wichtig ist. Selbstführung bedeutet daher auch, die eigene Energie, Aufmerksamkeit und Reaktion bewusst wahrzunehmen.
Vielleicht liegt genau darin eine große Chance der aktuellen technologischen Entwicklung: Je besser uns KI bei Aufgaben unterstützt, desto bewusster können wir entscheiden, wofür wir unsere menschlichen Fähigkeiten einsetzen.
Die Zwischensaison als kleine Leadership-Werkstatt nutzen
Der Herbst bietet in vielen touristischen Betrieben etwas, das während einer intensiven Saison knapp ist: ein wenig mehr Zeit zum Hinschauen. Diese Zeit muss nicht gleich für einen großen Führungskräfteprozess genutzt werden. Drei kleine Schritte können schon einiges in Bewegung bringen.

© OB, RB
1. Ein Gespräch führen, in dem es einmal nicht um die nächste Saison geht
Nehmt euch mit einzelnen Mitarbeiter:innen 20 Minuten Zeit. Keine Dienstplanung, keine Aufgabenliste, keine operative Besprechung. Drei Fragen reichen:
So wird aus einem Saisonrückblick gleichzeitig ein Blick auf individuelle Stärken.
2. Einen persönlichen Führungsgrundsatz für den Winter wählen
Nicht zehn Vorsätze. Nur einen. Zum Beispiel:
Schreibt diesen Satz auf und nehmt ihn mit in die kommende Saison. Eine kleine Veränderungen im eigenen Verhalten ist häufig wirksamer als ein umfangreicher Maßnahmenkatalog.
3. Herausfinden, was KI übernehmen darf – und was bewusst menschlich bleiben soll
Setzt euch mit eurem Führungsteam eine Stunde zusammen und sammelt typische Aufgaben:
Und dann stellt die zweite Frage:
Unserer Meinung nach braucht Leadership 4.0 beides: die Bereitschaft, neue Möglichkeiten zu nutzen und die Fähigkeit, menschliche Begegnungen bewusst zu gestalten.
KI kann uns in Zukunft bei vielem unterstützen. Empathie, Haltung, Beziehung und die Verantwortung dafür, wie wir Menschen führen, bleiben bei uns.
Wer sich mit Empathie, stärkenorientierter Führung, Achtsamkeit und der eigenen Rolle als Führungskraft intensiver beschäftigen möchte, findet dazu praktische Impulse in unserem Inhouse-Seminar „Leadership 4.0“. Gemeinsam mit Oliver Becker und Rita Burgsteiner geht es darum, moderne Führung aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und konkrete Ansätze für den eigenen Führungsalltag mitzunehmen.
Mehr zum Inhouse-Seminar „Leadership 4.0: Empathisch führen, Stärken nutzen, Achtsamkeit leben“
https://www.kohl-partner.at/de/inhouse-seminar-leadership-masterclass-empathisch-fuehren-staerken-nutzen-achtsamkeit-leben.html